Müssen Brustimplantate mit der Zeit ausgetauscht werden? - 4 Gründe für einen Implantatwechsel

Viele Frauen entscheiden sich für eine plastische Brustvergrößerung, weil sie sich eine dauerhafte Vergrößerung oder Neuformung ihrer Brust wünschen. Mögliche Methoden, um den gewünschten Effekt zu erreichen, sind eine Bruststraffung, die Brustvergrößerung mit Eigenfett oder eben eine Brustvergrößerung mit Implantat.

Die mit Sicherheit beliebteste Art der Brustvergrößerung ist die mit Implantat, weil die Brust genau nach den Vorstellungen der Patientin modelliert und ein konstantes Ergebnis erreicht werden kann. Aber hält das Ergebnis für immer oder müssen die Implantate irgendwann gewechselt werden?

Wir zeigen Ihnen 4 Gründe, aus denen Brustimplantate ausgetauscht werden müssen:

  • Implantate der älteren Generation müssen routinemäßig getauscht werden
  • Kapselfibrose
  • Schwangerschaften bzw. starke Gewichtsschwankungen
  • verrutschte bzw. verdrehte Implantate

Implantatwechsel bei älteren Implantaten

Früher war es ganz normal, dass Brustimplantate mit der Zeit ausgetauscht werden mussten. Das passierte im Regelfall alle 10 bis 15 Jahre. Innerhalb dieses Zeitraumes werden Implantate der älteren Generation nämlich anfällig für Defekte, die sich aber oftmals nicht durch bestimmte Symptome bemerkbar machen.

Insbesondere Implantate, die vor dem Jahr 1990 hergestellt worden sind, weisen nicht die Qualität und Auslaufsicherheit neuerer Implantate auf und sollten nach 10 bis 15 Jahren gewechselt werden.

In den vergangenen Jahren hat sich allerdings einiges getan, wenn es um Brustimplantate geht. Es wurden nicht nur neue Operationstechniken wie die No-Touch-Technik, die Keller-Funnel-Methode oder die 3D-Simulation entwickelt, sondern auch völlig neue Implantate entwickelt.

Bei den modernen Silikonimplantaten ist ein routinemäßiger Austausch im Regelfall nicht mehr nötig. Diese bestehen aus einer extrem stabilen Silikonhülle und einem geleartigen Silikonanteil im Inneren. Das heißt, die Implantate können gar nicht mehr auslaufen. Und auch ein Verrutschen bzw. Drehen der Implantate ist durch eine aufgeraute Spezialoberfläche praktisch nicht mehr möglich.

Wenn Sie sich nicht sicher sein sollten, welche Implantate bei Ihnen eingesetzt wurden, sollten Sie am Besten mit Ihrem Plastischen Chirurgen besprechen, ob ein Austausch der Implantate nötig ist oder nicht. Normalerweise ist ein Chirurg dazu verpflichtet Sie im Vorfeld der Operation über eine begrenzte Haltbarkeit der Implantate aufzuklären. 

Implantatwechsel bei Kapselfibrose  

Eine ausgeprägte Kapselfibrose kann unter Umständen einen Austausch der Brustimplantate nötig machen. Bei der Kapselfibrose bildet sich eine harte Kapsel aus Bindegwebe um das Implantat, welche im schlimmsten Fall das Implantat zusammendrückt und so zu Verformungen der Brust führt. Oft führt eine Kapselfibrose bei der Betroffenen auch zu leichten bis starken Schmerzen.

Eine Kapselfibrose kann in unterschiedlichen Ausprägungen vorkommen:

In Phase 1 der Kapselfibrose kommt es zu einer leichten Verhärtung, was nach jeder Bruts-OP mit Implantat normal ist. Die Frau verspürt aber keine Schmerzen und es sind keinerlei Veränderungen der Brust sichtbar.

Phase 2 bedeutet eine leichte Form der Kapselfibrose. Dabei kann es zu leichten Schmerzen und Spannungsgefühlen in der Brust kommen. Eine Behandlung der Kapselfibrose ist unter Umständen noch gar nicht nötig.

Eine Kapselfibrose in Phase 3 ist schon deutlich zu spüren. Die Brust ist verhärtet, Veränderungen der Brustform sind tastbar und eventuell auch von außen sichtbar. Das Implantat beginnt sich zusammenzuziehen, was auch schon mit stärkeren Schmerzen einhergehen kann. In diesem Fall ist eine Wechsel der Implantate notwendig, wenn eine schmerzhafte Verformung der Brust vorliegt.

Phase 4 ist die ausgeprägteste Form einer Kapselfibrose. In diesem Stadium ist ein operativer Austausch der Implantate erforderlich. Die Deformation der Brust ist nun eindeutig erkennbar und die Betroffene leidet unter dauernden Schmerzen in der Brust. Diese treten bereits bei leichten Berührungen auf. Die Kapsel ist extrem verhärtet und zusammengezogen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie unter einer Kapselfibrose leiden, ist es ratsam Ihren plastischen Chirurgen kontaktieren. Dieser wird Sie untersuchen und über die Folgen im Detail aufklären.

Grundsätzlich ist zu erwähnen, dass das Kapselfibroserisiko aber mit der Weiterentwicklung von neuen Operationstechnologien sowie neuen Implantaten deutlich gesenkt wurde.

Wenn Sie mehr über die Kapselfibrose erfahren möchten, könnte dieser Artikel für Sie interessant sein: Kapelfibrose - 10 wichtige Dinge, die Sie unbedingt wissen sollten. 

Implantatwechsel nach einer Schwangerschaft oder großen Gewichtsschwankungen 

Schwangerschaften sowie Gewichtsschwankungen wirken sich natürlich stark auf das Bindegewebe aus. Es kommt dadurch möglicherweise zum Erschlaffen der Haut und Veränderungen unseres Körpers. Davon sind in den meisten Fällen auch die Brüste betroffen.

Sollten Sie also eine Brustvergrößerung mit Implantat planen, ist es ratsam diese  Faktoren zu beachten. Denn nach einer Schwangerschaft oder Gewichtsab- bzw. zunahme kommt es oft vor, dass die Implantate nicht mehr zur Brust passen oder die Haut nicht mehr stark genug ist, um die Implantate stabil zu halten. Auche eine Straffung der Brust, eine operative Burststraffung könnte angebracht sein.

Daher müssen bereits vorhandene Brustimplantate nach einer Schwangerschaft oder Gewichtsveränderungen oft ausgetauscht werden. Dieser Eingriff wird dann häufig mit einer Bruststraffung kombiniert, um ein optimales Ergebnis zu erreichen.

Verdrehte bzw. verrutschte Implantate müssen ausgetauscht werden

Wie bereits erwähnt sind Implantate der älteren Generation noch wesentlich anfälliger für Defekte als moderne Brustimplantate. Es kam daher häufiger zum einem Verrutschen oder Drehen der Implantate in der Brust, was einen Austausch der Implantate erforderlich macht. Die neuen Implantate sind wesentlich sicherer und ein Verrutschen oder Verdrehen passiert nur noch in absoluten Einzelfällen. 

Muss ich selbst für den Implantatwechsel bezahlen?

Grundsätzlich muss man die Kosten für einen Austausch der Implantate selbst tragen. Ausnahmen gibt es in einigen wenigen Fällen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Aber auch dann wird immer nur ein Teil von der Kasse übernommen.

Zusammengefasst kann man jedenfalls sagen, dass ein Implantatwechsel mit den Implantaten der neueren Generation so gut wie gar nicht mehr erforderlich ist. Trotzdem sollte man die oben genannten Fälle bei der Entscheidung für oder gegen eine Brust-OP mit Implantat im Hinterkopf behalten und in die Entscheidung miteinbeziehen.